Meine Finger streichen über die Oberfläche des Kaminsims und eine feine Schwade aus kleinsten Staubpartikeln wird, durch den Strahl einer einzelnen schwachen Lichtquelle, die durch das Fenster in den Raum dringt, sichtbar. Wann war ich das letzte Mal hier? Ich blicke langsam durch den Raum. Es sieht noch genauso aus und wirkt gleichzeitig so fremd. Unendlich fremd. Meine Finger ertasten einen kleinen Gegenstand auf dem Kamin. Ein Bilderrahmen. Vier Personen sind auf dem eingerahmten kleinen Bild zu sehen. Ich zucke leicht zusammen, während ich mit einem einzelnen Finger das Mädchen berühre, das zwischen den beiden Erwachsenen neben einem kleinen Jungen steht steht. Dem Bild nicht standhalten könnend drücke ich es an mich. Ganz fest. Meine Augen schließen sich. “Haltung” donnert es mir durch den Kopf, während ein fast wohltuender Schmerz durch mein Gesicht in meine Stirn fährt und ich versuche langsam auszuatmen und meine Augenbrauen nach oben wandern. Ich öffne meine Augen wieder. Irgendwie fühlen sich meine Beine schwerer an. Eigentlich mein ganzer Körper. Ich möchte das Bild zurückstellen, aber es geht nicht. Es bleibt fest umschlossen for meinem Körper. Ich atme wieder aus. Eine kleine Wolke bahnt sich ihren Weg durch den Raum. Ist es kalt hier? Mein Gesicht glüht. Langsam setze ich meine Füße wieder in Bewegung durch stoße mit meiner flachen rechten Hand die Tür in die Küche auf. Ein feiner Geruch von Lavendel, altem Kaffee und Zitronenreiniger steigt in meine Nase. Einige Fließen klackern sachte unter meinen Schritten. Drei Mal glaube ich. Ja drei Mal hört sich richtig an. Habe ich ein Glas zerbrochen. Ich weiß nicht mal warum. Ich fasse ein Glas, das auf der Anrichte steht. Es sit ja nicht so als wäre es so schwierig ein Glas zu halten. Insbesondere die nicht, die haben eigentliche eine gute Form zum Halten. Trotzdem, drei davon gehen auf meine Kappe. Es waren auch immer genug da und so richtig ästhetisch schauen sie auch nicht aus. Trotzdem viel es irgendwann auf. Ich halte Inne. Sie hat sie immer weggeputzt und nie etwas gesagt. Ich stelle das Glas sachte zurück auf die Anrichte und bewege mich weiter in den Flur. Ich habe keine Schuhe an, das durften wir nie. “Ihr bringt ja den ganzen Dreck ins Haus!” Mein Blick fällt sofort auf einige Schrammen im Parkett. “Sie sieht nicht alles, weißt du? Auch wenn sie es anders sagt.” Langsam bewege ich mich zur Treppe und steige sie, das Bild weiterhin an mich gedrückt, hinauf. “Halfway down the stairs is a stair where I sit, there isn’t any other stair, quite like it…” Ich muss schmunzeln, während ich den Rest der Treppe erklimme. Meine Füße führen mich ganz von alleine zur Zimmertür. Ich umfasse die kalte Klinke, drücke sie nach unten und stoße die Tür auf. Ein Hauch von frisch gewaschener Wäsche, Papier und Farbe dringt in meine Nase und ich bin wie versteinert. Es schnürt meine Kehle zu. “Haltung.” Ich versuche zu Schlucken und ich fühle wie sich jede Faser meines Körpers widerstrebt und ein Schmerz geht durch meine Kehle. Ich öffne meinen Mund. Ganz weit. Kein Ton.